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28.

April

2026

I. MANNSCHAFT

Sportgericht: „So eine hohe Strafe sprechen wir sehr selten aus“

Urteil nach dem Abbruch der Kreisliga-A-Partie beim GSV Langenfeld II

Nach dem Abbruch der Kreisliga-A-Partie zwischen dem GSV Langenfeld II und dem SSV Dhünn vor zwei Wochen gab es nun eine saftige Strafe für einen Spieler, der nach einem Platzverweis völlig die Kontrolle verlor. So begründete der Vorsitzende das Urteil.

Nach dem Spielabbruch in der Kreisliga-A-Partie am 12. April zwischen dem GSV Langenfeld II und dem SSV Dhünn hat das Sportgericht des Fußballkreises Remscheid/Solingen ein deutliches Urteil gefällt: Der verantwortliche GSV–II-Spieler wurde für zwei Jahre gesperrt, wobei das zweite Jahr auf Bewährung ausgesetzt wurde. Insgesamt beträgt der Bewährungszeitraum zwei Jahre. Das heißt: Er darf in den kommenden drei Spielzeiten nicht erneut für mehr als vier Wochen oder vier Spiele gesperrt werden, weil er dann erneut ein Jahr auf der Bank sitzt.

Der Vorsitzende Frank Bruchertseifer machte am Montagabend klar, wie außergewöhnlich die Entscheidung ist: „So eine hohe Strafe sprechen wir sehr selten aus.“ Angesichts des massiven Wutausbruchs habe es jedoch keine Alternative gegeben. Für den Spieler bedeutet das: In den kommenden drei Spielzeiten darf er sich keinen weiteren schweren Verstoß leisten, sonst droht eine neue zwölfmonatige Sperre. Die abgebrochene Partie wurde zudem für den SSV Dhünn gewertet.

Auch der Heimverein wurde bestraft
Darüber hinaus bekam der GSV Langenfeld II noch eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro aufgrund des Spielabbruchs. Alle Spieler und Betreuer müssen zudem einen Deeskalationslehrgang besuchen und die restlichen Spiele der Langenfelder in der aktuellen Saison werden unter Kreisaufsicht durchgeführt.

Eskalation nach Platzverweis: Das war passiert
Es waren erst 21 Minuten gespielt, als die Situation kippte. Nach einem Foul sah der Langenfelder Spieler zunächst Gelb. Daraufhin applaudierte und lachte er. Die Folge: Schiedsrichter Giuliano Crisopulli zeigte wegen unsportlichen Verhaltens die Ampelkarte. Daraufhin verlor der Spieler völlig die Kontrolle und versuchte, den Unparteiischen anzugreifen. Nur durch das Eingreifen von Mit- und Gegenspielern konnte ein direkter körperlicher Angriff verhindert werden.

In der anschließenden Rudelbildung eskalierte die Situation weiter: Ein anderer, bereits verwarnter Spieler des GSV II – zufälligerweise der Schwager des anderen Spielers – wurde ebenfalls des Feldes verwiesen. Von da an gab es kein Halten mehr. Die Dhünner mussten eine menschliche Mauer um Crisopulli bilden. Laut Sportgericht verhinderten „nur Glück und das Eingreifen anderer“, dass es zu einem tätlichen Angriff kam.

Crisopulli brach die Partie daraufhin beim Stand von 0:0 ab. „Ich habe mich bedroht gefühlt“, begründete er die Entscheidung. Der Langenfelder Spieler habe nicht locker gelassen, auch Beleidigungen seien mehrfach gefallen. Bruchertseifer stellte unmissverständlich klar: „So eine Eskalation kann man nicht mit Emotionen rechtfertigen.“


rga, 28.4.2026


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