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10.

Juni

2026

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SSV Dhünn saniert Vereinsheim mit viel Herzblut

Mit 20 Arbeitssamstagen und Handwerkern zu Sonderkonditionen saniert der SSV Dhünn sein Vereinsgebäude. Das Geld ist dennoch zu knapp, um alles umsetzen zu können.

Nach dem Spiel der 1. Mannschaft vom SSV Dhünn gegen TuRa Remscheid-Süd am vorigen Sonntag mussten die Fußballer beider Vereine im Gästebereich duschen. Denn der Heimbereich ist zurzeit eine einzige Baustelle. Dafür konnten Spieler wie Gäste bereits die neuen Toiletten im linken Teil des Vereinsgebäudes an der Staelsmühle nutzen.

Es geht voran mit der Sanierung - mit viel Eigenleistung und Fachwissen, aber auch Kreativität und Improvisationstalent. "Wir haben hier schon einige Container an altem Material rausgeholt", erzählt Dirk Prothmann beim Vorort-Termin. Den Vorsitz des Fördervereins vom SSV Dhünn hat er zwar inzwischen abgegeben, er koordiniert als Bauingenieur jedoch weiter die Baustelle und behält auch die Spenden- und Fördergelder im Blick.

"Kleine Variante" wird umgesetzt

Nachdem der ursprüngliche Traum vom "echten" Vereinsheim mit Aufbau und Terrasse schnell an der realistischen Kosteneinschätzung zerplatzt war, überlegten sich die Vereinsmitglieder rund um Dirk Prothmann eine "kleine Variante". Ziel war es, das in die Jahre gekommene Multifunktionsgebäude aufzuwerten, fit für die Zukunft zu machen und lange nicht genutzte Räume wieder einzubeziehen.

Dafür nahmen sich die SSV-Aktiven im Herbst 2025 drei Bauabschnitte vor: Zunächst sollte der frühere Gaststättenbereich auf der linken Seite des lang gezogenen Gebäudes an die Reihe kommen. "Seit die letzte Pächterin aufgehört hat, war das ehrlich gesagt nur noch ein Material- und Getränkelager und wurde nicht mehr sinnvoll genutzt", ordnet Prothmann ein. Im zweiten Bauabschnitt sollte dann der Heimbereich mit Umkleiden und Duschen im Mittelteil neu erstrahlen und im dritten Abschnitt der noch vergleichsweise gut erhaltene Gästebereich auf der rechten Seite an die Reihe kommen.

Zwei Bauabschnitte gleichzeitig

"Zurzeit laufen Bauabschnitt eins und zwei parallel - für den letzten Bauabschnitt wird das Geld dann nicht mehr reichen", erläutert Dirk Prothmann. "Wir müssen diesen leider bis auf Weiteres schieben." 100.000 Euro hatte der Verein bereits im Jahr 2020 aus dem städtischen Haushalt zugesichert bekommen. Abgerufen wurde das Geld allerdings erst 2025.

Und obwohl bisher um die 20 Arbeitssamstage an Eigenleistung in dem Projekt stecken und zudem viele Handwerksbetriebe zu Sonderkonditionen den Verein unterstützen: "Die Mittel werden nur für zwei Drittel der geplanten Maßnahmen reichen." Das sei jedoch schon zu Baubeginn klar gewesen, betont Prothmann. "Irgendwann haben wir uns gesagt: Egal, wir machen’s jetzt einfach."

Hand in Hand mit den Profis

Dabei gingen die Arbeiten von Vereinsmitgliedern und Fachleuten Hand in Hand. Nahezu alle Abrissarbeiten machten die ehrenamtlichen Helfer. Auch die neue Deckendämmung und die Montage der Lüftungsanlage im Dusch- und Umkleidebereich entstanden in Eigenleistung.

Der Trockenbau, durch den im alten Gastraum die Toiletten nach hinten gewandert und ausgebaut worden sind, sowie die Installationen wiederum übernahmen Handwerker.

Der erste Bauabschnitt schreitet gut voran, die neuen Sanitäranlagen haben mit dem Meisterschaftsspiel am vorigen Wochenende bereits ihre Feuertaufe hinter sich. Zusätzlich zum großen Gemeinschaftsbereich entsteht hier noch Lagerplatz sowie ein Schiedsrichterraum. Bis spätestens zum Winter soll hier alles fertig sein. "Dann können sich nämlich die Eltern unserer Bambini und der F-Jugend während des Trainings ins Warme stellen", erläutert Prothmann. Dafür ist ein neues, großes Fenster geplant, das sich im Sommer auch mittels Faltmechanismus vollständig öffnen lässt.

Alle packen mit an

Im Bereich des zweiten Bauabschnitts rücken am kommenden Wochenende noch einmal Helfer an: Am Freitag stemmen Mitglieder der 1. und 2. Mannschaft unter Anleitung von Andreas Böge die alten Bodenfliesen raus, am Samstag machen dann die Alten Herren mit Prothmann weiter. "Wir hoffen, dass dann zeitnah der Fliesenleger loslegen kann", sagt der Bauingenieur. Die alten Wandfliesen dürfen bleiben, sie werden einfach überfliest.

Zum Beginn der neuen Spielsaison im September könnten die Sportler vom SSV Dhünn dann hoffentlich wieder ihre eigenen Kabinen nutzen - und die Gäste haben ihren Bereich wieder für sich. "Es ist zwar schade, dass der dann weiterhin nicht saniert ist. Aber dafür braucht es eben zunächst neue Spenden und vielleicht auch Förderprogramme", sagt Dirk Prothmann.

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Der Sportplatz an der Staelsmühle selbst zählt zu den modernsten Sportstätten im Wermelskirchener Stadtgebiet. Vor fünf Jahren wurde aus dem Tennenplatz ein Kunstrasen. Und auch die LED-Strahler, die ihn zu den späteren Trainingszeiten beleuchten, sind auf dem neuesten Stand.

Im Kontrast dazu versprüht das Vereinsgebäude den Charme der 1970er-Jahre. Von außen wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben. Auch wenn es im Hinterkopf von Dirk Prothmann bereits einen vierten Bauabschnitt gibt: die Erneuerung des (Vor-)Daches.

Projekt

Bauzeichnung: Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie das Vereinsheim aussehen soll, hat Svenja Weber ehrenamtlich die Zeichnungen erstellt.

Eigenleistung: Immer wieder finden Arbeitssamstage statt, an denen sich die unterschiedlichen Mannschaften beteiligen.

Handwerker: Viele der Unternehmen, die auch Bandenwerbung am Kunstrasenplatz machen, arbeiten zu Sonderkonditionen - aus Verbundenheit zu Dhünn und dem Verein.


rga, 10.6.2026

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